Auf einen Kaffee

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Die Aussage „gehen wir auf einen Kaffee“ gehört im beruflichen Alltag aus meiner Sicht zur Phrasen-Kategorie der unverbindlichen Freundlichkeit, ist aber im Vergleich zu „Hallo, was geht“ schon etwas verbindlicher und ist meist mit Inhalt gefüllt. Man möchte entweder jemandem von einem leidvollen oder einen freudigen Erlebnis erzählen oder bietet an, sich ein solches anzuhören. Und nicht zu letzt könnte es auch bedeuten, dass man Gusto auf einen Kaffee hat. Aber meiner Einschätzung hat der Kaffee meist die untergeordnete Rolle inne. Nicht selten wird sogar Tee, Wasser oder gar nichts zu sich genommen (weil der Kaffee zwar zubereitet wurde, aber man sich alleine am Duft und dem Mahlgeräusch genügend erfreut). Aber auch in solchen Fällen wird der Haupt-Zweck des „gehen wir auf einen Kaffee“ offenbar trotzdem gut erfüllt und der Kaffee war als Vorwand, Katalysator oder als was auch immer nicht weniger wichtig.

Ein Kaffee der auf „nach der Arbeit“ verlegt wurde, ist nicht selten schon zu einem Bier, Wein oder Prosecco-artigem Getränk geworden. Auch dafür gilt das selbe wie beim Kaffee (Vorwand für die eigentliche Botschaft) mit dem Unterschied, dass diese Flüssigkeiten selten ungeleert bleiben. Und je nach Inhalt des Gespräches kann sich ein solches kaffeeloses Treffen „auf einen Kaffee“ durchaus intensivieren – um nicht „ausarten“ zu sagen. Aber ich für meinen Körper kann sagen, dass mir 4-5 Seiterl um vieles lieber sind als 4-5 Espressi.

Auch alleine erfüllt der Kaffee seinen Zweck als „innerer Vermittler“ äußerst gut. Es gibt für zwischendurch kaum eine entspannendere Situation als mit dem Geruch von frischem Kaffee in der Nase in eine Menschenmenge oder Menschenleere blickend die Gedanken schweifen zu lassen. Kürzlich habe ich genau das in der PlusCity genossen und bin mir vorgekommen als würde vor mir ein Film mit manchmal mehr und manchmal weniger Programm ablaufen. Dort ist übrigens das Foto von ganz oben beim Tchibo entstanden. Aber ob der Kaffee schuld war, dass die vorbeihuschenden Leute überhaupt keinen Stress ausgelöst haben, kann ich natürlich nicht beweisen. Aber ich glaub ganz fest, dass er daran mitgewirkt hat.

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Eine Antwort zu Auf einen Kaffee

  1. Zeilenende schreibt:

    Und gemeinsames Warten vor der Kaffeemaschine ist die ideale Gelegenheit, um die neuesten lustigen, freudigen und absurden Arbeitserlebnisse auszutauschen … Oder einfach ein wenig herumzualbern. Auch wenn es in dem Fall tatsächlich primär um den Kaffee geht und der Rest hinzu kommt. 🙂

    Gefällt 1 Person

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