Was wir lernen (sollten)

Manchmal habe ich so Momente an denen ich mich frage, ob das, was wir in den Schulen und anderen Ausbildungseinrichtungen lehren und lernen, das Richtige ist. Die einfache Antwort gibt es wohl nicht, was alleine schon die (eben meist äußerst Sinn-befreiten) Diskussion um Schulformen zeigt. Es ist immer zu viel und zu wenig gleichzeitig sowie zu speziell und zu oberflächlich oder gar generell das Falsche, wobei es dann doch wieder nicht so falsch sein kann, wenn man sich die Topleistungen manch Österreicher in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft so ansieht. Manchmal scheint es sogar, als ob es egal ist, was gelernt wird. Insbesondere dann, wenn Leute die es (ihrer eigenen oder der Meinung der Gesellschaft nach?) geschafft haben oder auch gerne Moderatoren von öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendern damit angeben, in der Schule eine Niete gewesen zu sein.

Meiner Meinung liegt eine gute Ausbildung jedenfalls nicht an der Schulorganisation, sondern an dem Betreuungsverhältnis zwischen Lehrern und Schülern bzw. daran, wie gut dieses Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern funktioniert. Das bedarf einer tragfähigen Kommunikation. Das ist oft am Land besser als in der Stadt, da dort der gewisse soziale Druck das Seine dazu tut. Ebenso ist es in den meist kleineren privaten Schulen besser als in größeren Öffentlichen. Der Unterschied zwischen der Elite-Uni Harvard und den meisten europäischen Unis rührt meiner Meinung vor allem vom (teuren) Investment in das Betreuungsverhältnis zwischen Professoren und Studenten im Vergleich zum (billigen/gratis) Zugang für alle.

Worauf ich in dem Artikel auch hinaus will ist das Thema der Fähigkeiten bzw. Kompetenzen, die in den Ausbildungseinrichtungen meist zu wenig gelehrt werden aber zunehmend wichtig werden: Wer lernt einem in der Schule den richtigen Umgang mit Überforderung bzw. wer lernt uns, richtig einzuschätzen, wann es uns zu viel wird? (blöderweise ist das nämlich bei jedem unterschiedlich, und das Schulsystem stellt leider viiiel zu wenig auf Individualität ab…) Wann lernen wir, mit schwierigen sozialen bzw. psychischen Situationen in der Familie bzw. im Freundeskreis umzugehen? Dazu wird z.B. die jetzige, nächste und übernächste Generation mit Herausforderungen konfrontiert sein, die wir in den vergangenen Generationen nicht hatten.

Ähnlich wie der Sport-Unterricht als Anreiz dafür, im Sinne der eigenen Gesundheit aktiv zu bleiben, braucht es auch dafür Grundlagen-Fächer. Damit muss dann auch die vermutlich nicht einfache Diskussion über die Verteilung der vorhandenen Schulstunden gestartet werden. In der österreichischen Schullandschaft werden wir da wohl noch eine Weile brauchen bzw. vorher noch den einen oder anderen Schulversuch starten… 😉

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2 Antworten zu Was wir lernen (sollten)

  1. Doris Prohaska schreibt:

    Ein sehr guter Artikel! Deine Meinung kann ich nur Unterstreichen. Die Diskussion sollte nicht inhaltlicher Lern-Natur sein sondern vielmehr wie ist die Beziehung zwischen deinen LehrerInnen/Förderern bzw viel mehr Erklärung „Warum“ man was macht. Ich denke auch das ist der Unterschied zwischen einer „guten“ bzw „schlechten“ Schule. In einer gute Schule bleibt viel mehr Zeit bzw wird viel mehr Wert darauf gelegt auf deine persönliche individuelle Entwicklung. Das kann ich selber anhand meinem Beispiel nur bestätigen. Danke für deinen Beitrag und für deine Texte. Weiter so 🙂

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  2. pepinlinz schreibt:

    Liebe Doris, danke für dein Posting! LG

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